Home » Wäschesymbole richtig lesen: Was die kleinen Zeichen auf dem Etikett wirklich bedeuten

Wäschesymbole richtig lesen: Was die kleinen Zeichen auf dem Etikett wirklich bedeuten

by Admin
0 comments
Nahaufnahme eines eingenähten Pflegeetiketts mit einer Reihe von Textilpflegesymbolen für Waschen, Bleichen, Trocknen und Bügeln

Fast jeder kennt das Missgeschick: Der Lieblingspullover kommt schön weich in die Maschine und nach dem Waschgang passt er höchstens noch einer Puppe. Die Ursache liegt dann fast immer auf dem kleinen Etikett im Inneren des Kleidungsstücks, wo ein entscheidendes Zeichen übersehen wurde. Diese Wäschesymbole verraten genau, wie ein Textil behandelt werden möchte. Wer sie zu deuten weiß, spart sich Ärger, Geld und so manches ruinierte Kleidungsstück.

In diesem Ratgeber schauen wir uns an, was die einzelnen Symbole bedeuten, warum sie so aussehen, wie sie aussehen, und wie man selbst dann klarkommt, wenn das Etikett längst herausgeschnitten ist.

Warum es diese Symbole überhaupt gibt

Die kleinen Piktogramme sind international genormt und folgen einem klaren System. Zuständig dafür ist eine Organisation mit dem etwas sperrigen Namen GINETEX, die 1975 gegründet wurde und seither über die Pflegekennzeichnung wacht. Das heutige Erscheinungsbild der Symbole gibt es sogar schon seit den späten 1950er-Jahren. Der Vorteil dieser Vereinheitlichung liegt auf der Hand: Ein Bügeleisen mit zwei Punkten bedeutet in Hamburg dasselbe wie in Rom oder Madrid.

Interessant ist dabei, dass ausgerechnet die Deutschen als besonders symbolkundig gelten. Laut einer Verbraucherbefragung achten hierzulande viele Menschen bewusst auf die Pflegehinweise und waschen im europäischen Vergleich nachhaltiger, etwa bei niedrigen Temperaturen und mit natürlicher Trocknung. Die kleinen Zeichen sind also mehr als eine Formalität, sie sind ein Werkzeug für den bewussten Umgang mit Kleidung.

Die fünf Grundzeichen im Überblick

Wer das System einmal verstanden hat, kann fast jedes Etikett entschlüsseln. Denn hinter der scheinbaren Vielfalt stecken nur fünf Grundsymbole, die immer in derselben Reihenfolge stehen: waschen, bleichen, trocknen, bügeln und professionelle Reinigung.

●        Der Waschbottich steht für das Waschen und die passende Temperatur.

●        Das Dreieck gibt Auskunft über das Bleichen.

●        Das Quadrat betrifft das Trocknen.

●        Das Bügeleisen zeigt, wie heiß gebügelt werden darf.

●        Der Kreis richtet sich vor allem an die professionelle Textilreinigung.

Diese feste Reihenfolge ist praktisch, denn sie hilft beim schnellen Überblick. Wer weiß, dass das Bügeleisen immer an vierter Stelle steht, muss nicht lange suchen. Eine übersichtliche Darstellung aller Zeichen und ihrer Varianten findet man für deutschsprachige Nutzer auch auf der Website von Signs DE, wo die einzelnen Symbole verständlich erklärt werden.

Der Waschbottich: Temperatur und Schonung

Das wohl wichtigste Symbol ist der stilisierte Waschbottich. Die Zahl darin nennt die höchste erlaubte Waschtemperatur in Grad Celsius. Steht dort eine 30, sollte man es bei dreißig Grad belassen, auch wenn stärkere Verschmutzungen zu einer höheren Temperatur verleiten.

Wichtig sind auch die Striche unter dem Bottich. Ein einzelner Balken bedeutet, dass das Textil schonend gewaschen werden sollte, also mit weniger Wäsche in der Trommel und geringerer Schleuderzahl. Ein doppelter Balken verlangt eine besonders sanfte Behandlung, wie man sie etwa von Wolle kennt. Zeigt das Symbol eine Hand im Bottich, ist ausschließlich Handwäsche erlaubt. Und ein durchgestrichener Bottich heißt schlicht: gar nicht mit Wasser waschen, hier hilft nur die professionelle Reinigung.

Hände legen sortierte Wäsche in eine Waschmaschine als Sinnbild für die richtige Textilpflege nach den Wäschesymbolen

Das Dreieck: alles rund ums Bleichen

Das Dreieck ist vielen weniger geläufig, weil Bleichen im Alltag seltener vorkommt. Ein leeres Dreieck erlaubt grundsätzlich das Bleichen. Zwei schräge Linien darin schränken das auf sauerstoffhaltige Mittel ein, chlorhaltige Bleiche ist dann nicht erlaubt. Ist das Dreieck durchgestrichen, sollte man ganz die Finger davon lassen, und zwar auch von Vollwaschmitteln, die Bleiche enthalten.

Gerade bei farbiger Kleidung lohnt sich hier ein genauer Blick. Wer ein empfindliches Teil versehentlich mit einem bleichhaltigen Mittel wäscht, riskiert helle Flecken, die sich nicht mehr beheben lassen.

Das Quadrat: richtig trocknen

Das Quadrat steht für den Trocknungsvorgang. Findet sich darin ein Kreis, ist der Wäschetrockner erlaubt. Die Punkte im Kreis verraten die Temperatur: ein Punkt steht für schonendes Trocknen bei niedriger Hitze, zwei Punkte für normale Temperatur. Ein durchgestrichenes Trocknersymbol bedeutet, dass die Maschine tabu ist.

Manche Quadrate enthalten statt eines Kreises waagerechte oder senkrechte Striche. Diese geben Hinweise auf das natürliche Trocknen, etwa liegend oder hängend. Ein liegendes Trocknen empfiehlt sich besonders bei Wolle, die in nassem Zustand leicht ausleiert. Wer solche Feinheiten beachtet, verlängert die Lebensdauer seiner Kleidung spürbar.

Das Bügeleisen: eine Frage der Hitze

Das Bügeleisen ist ein Symbol, das viele intuitiv verstehen. Die Punkte darin zeigen die zulässige Temperatur an. Ein Punkt steht für niedrige Hitze und eignet sich für empfindliche Kunstfasern. Zwei Punkte erlauben mittlere Temperaturen, etwa für Wolle oder Seide. Drei Punkte stehen für die höchste Stufe, mit der man Baumwolle und Leinen glätten kann.

Ein durchgestrichenes Bügeleisen ist ein klares Verbot. Manche Materialien nehmen durch Hitze irreparablen Schaden, etwa indem sie schmelzen oder glänzende Stellen bekommen. Im Zweifel gilt auch hier: lieber eine Stufe kühler einstellen und ein Bügeltuch verwenden.

Der Kreis: Sache für den Fachbetrieb

Das letzte der fünf Symbole, der Kreis, richtet sich weniger an den Verbraucher als an die professionelle Textilreinigung. Die Buchstaben im Kreis, meist ein P oder ein F, geben dem Fachbetrieb Auskunft über die geeigneten Lösungsmittel. Für den Laien genügt es zu wissen: Ist hier ein Symbol angegeben und der Waschbottich durchgestrichen, gehört das Stück in die Reinigung und nicht in die heimische Maschine.

Ein durchgestrichener Kreis wiederum bedeutet, dass selbst eine chemische Reinigung dem Material schaden würde. Solche Angaben finden sich vor allem bei aufwendig verarbeiteten oder sehr empfindlichen Textilien.

Was tun, wenn das Etikett fehlt?

Nicht selten ist das Pflegeetikett irgendwann herausgeschnitten oder unleserlich geworden, weil es gekratzt hat. Dann hilft ein Blick auf das Material weiter. Baumwolle verträgt in der Regel vierzig bis sechzig Grad, synthetische Fasern wie Polyester eher dreißig bis vierzig. Wolle und Seide gehören ins Woll- oder Handwaschprogramm bei höchstens dreißig Grad.

Als Faustregel gilt: Im Zweifel lieber eine Nummer kühler waschen und auf den Trockner verzichten. Kühleres Wasser schont die Fasern und spart zugleich Energie und Geld. Wer ganz sichergehen möchte, wäscht ein unbekanntes Stück beim ersten Mal separat, um ein mögliches Ausfärben zu vermeiden.

Kleine Zeichen mit großer Wirkung

Am Ende sind die Wäschesymbole ein gutes Beispiel dafür, wie ein durchdachtes System aus wenigen Bildern eine ganze Menge Information transportiert. Wer die fünf Grundzeichen und ihre wichtigsten Varianten kennt, muss nie wieder rätseln, ob ein Kleidungsstück in den Trockner darf oder nicht.

Der kleine Aufwand, einmal genauer hinzusehen, lohnt sich gleich mehrfach. Die Kleidung hält länger, sieht länger gut aus und behält ihre Form. Und ganz nebenbei schont der bewusste Umgang mit der Wäsche auch Ressourcen. Ein kurzer Blick auf das Etikett vor dem Waschen ist damit eine der einfachsten Gewohnheiten, die sich im Alltag wirklich auszahlen.

You may also like

Leave a Comment